Mann oder Frau: Wer lebt wirklich gefährlicher im Straßenverkehr?

Die wesentlichen Unterschiede der britischen Studie und ihre Schwächen

Der Geschlechterunterschied war besonders groß bei den Motorradfahrern: Zehnmal so viele Todesfälle durch Unfälle mit männlicher Beteiligung als es bei weiblichen Fahrern der Fall war – bezogen auf die gefahrenen Kilometer. Getrennt nach Geschlecht und Fahrzeugart hatten sich die Forscher angeschaut, wie hoch die Anzahl von Toten pro einer Milliarde Kilometer zu beklagen war. Unabhängig von der Schuldfrage wurde zu der Berechnung in der Regel ein Unfalltoter dem Fahrer des anderen beteiligten Fahrzeugs zugeordnet. Ein deutscher Experte stimmt mit den Ergebnissen der Studie zum Großteil überein, sieht aber auch einige Punkte kritisch. Wie Forscher um Rachel Aldred von der University of Westminster in London (Großbritannien) im Fachmagazin "Injury Prevention" herausfanden, war bei Autos und Transportern das Risiko durch Männer doppelt so hoch. Die geringsten Unterschiede kristallisierten sich bei Busfahrerinnen und – fahrern heraus. „Oftmals habe die Fachliteratur die hohe Unfallbeteiligung von Männern mit den geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Risikobereitschaft in Verbindung gebracht, obwohl die Art dieser Beziehung immer noch diskutiert wird.“, so die gängige Meinung der beteiligten Forscher. Für „im Kern richtig“ hält Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin das Ergebnis der Studie. So lasse sich die These beispielsweise anhand der höheren Zahl von Gewaltdelikten unterstützen, da Männer ein aggressiveres und risikoreicheres Verhalten als Frauen zeigen. Die Studie weist laut Brockmann jedoch auch mehrere Schwächen auf: In erster Linie bezieht sich die Untersuchung nur auf die am Umfall beteiligten Personen, nicht jedoch auf die Verursacher. Außerdem wurden nur die Verkehrstoten mit einbezogen – die Verletzten blieben gänzlich unbeachtet. Und abschließend fand auch keine Unterscheidung der Unfallbeteiligten nach dem Alter statt. "Eine zwanzigjährige Fahranfängerin stellt mit großer Wahrscheinlichkeit ein höheres Risiko für andere Verkehrsteilnehmer dar als ein fünfundfünfzigjähriger Mann", erklärt Brockmann. Einen weiterführenden Faktencheck zu diesem Thema finden Sie über den folgenden Link zu einer Webseite von www.mobilitymag.de.

Aktueller Stand von Straßenverkehrsunfällen in Deutschland

Aber - und das betrifft männliche wie weibliche Autofahrer - das durch die Corona-Pandemie bedingte geringere Verkehrsaufkommen, hat im März 2020 auch für eine niedrigere Zahl der Straßenverkehrsunfälle gesorgt! Laut dem Statistischen Bundesamt ging die Zahl der Verkehrsunfälle gegenüber dem März 2019 um 23 Prozent auf 166.000 zurück. Ebenfalls deutlich niedriger fiel die Zahl der Verkehrstoten aus: Im März 2020 kamen in Deutschland nach den vorläufigen Ergebnissen 158 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben (März 2019: 234 Todesfälle). Seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden nie in einem Monat weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet als im März 2020.

Insgesamt rund 564.000 Straßenverkehrsunfälle erfasste die Polizei im 1. Quartal 2020. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang von 9,7 Prozent. Es wurden rund 53.600 Unfälle mit Personenschaden (-10,8 %) gezählt, bei denen 548 Menschen ums Leben kamen. Die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres 2019 sank um 14,5 Prozent (Rückgang um 93 Personen). Auch die Zahl der Verletzten reduzierte sich um 12,3 Prozent auf rund 68.500 Unfallgeschädigte. Die grafisch aufbereitete DVR-Unfallstatistik (Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V.) der letzten 12 Monate finden Sie auf dieser Webseite.

Ob nun Männer oder Frauen die besseren Autofahrer sind ist letztendlich keine leicht zu beantwortende Frage und wird auch Zukunft Diskussionspotential bieten. Ein Rückgang der Unfallzahlen ist jedoch für beide Geschlechter als positive Entwicklung zu betrachten, die für mehr Sicherheit anderer Teilnehmer im Straßenverkehr (Radfahrer, Fußgänger, etc.) beiträgt. In Deutschland wird zur Wahrung der Verkehrssicherheit auf Kontrollen durch Polizei, das Ordnungsamt oder stationäre Radarkontrollen vertraut. Einen großen Anteil zur Sicherheit im Straßenverkehr haben vielerorts in gefährdeten Straßenbereichen die Geschwindigkeits-Displays und Radargeräte von RADARLUX. Die Verkehrssicherheit lässt sich mit Hilfe einer Geschwindigkeitsanzeige bzw. einem Display erwiesenermaßen um einen hohen Prozentsatz steigern.